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gründet Emil Gimpel eine Strumpffabrik an der Goldbachstraße 13
wird die Firma Emil Gimpel vom Kaufmann Fritz Albanus aus Chemnitz gekauft
Sie entwickelt sich sehr rasch zu einem bedeutenden Hersteller von flachgewirkten Damenfeinstrümpfen. Auf zuletzt 55 Cottonmaschinen
20 bis 28 teilig von 39 gg bis 60 gg werden monatlich 12.000 Dutzend Damenstrümpfe produziert; Wert 1938 ca. 200.000 Reichsmark. Beschäftigt werden etwa 120 männliche und 250 weibliche Arbeitskräfte. Als Rohmaterial
verwendet man Naturseiden aus Japan und Italien, deutsche, schweizer und holländische Kunstseiden sowie Baumwollflore aus England. Für den Export werden fast ausschließlich hochwertige Produkte aus Naturseide
hergestellt und über 20 eigene Vertretungen vor allem nach England, Finnland, Dänemark, Portugal, Ägypten, Indien, Peru, Venezuela und andere Länder verkauft. Die Exportquote liegt bei 50%. In Deutschland wird der
Einzelhandel durch achtzehn Vertreter flächendeckend beliefert.
Den Krieg übersteht die Firma ohne nennenswerten Schaden, sie wird nicht einteignet. Der Eigentümer Fritz Albanus wird von der
Entnazifizierungskommission als “unbelastet” eingestuft.
Auf Grund der politischen und wirtschaftlichen Situation der Privatwirtschaft der DDR sieht Herr Albanus keine Chancen für ein Fortbestehen seines
Unternehmens und verlässt Hohenstein-Ernstthal.
Die Firma Fritz Albanus wird von der VVB Textil Land Sachsen enteignet und als VEB Sachsenring in Volkseigentum übernommen.
Später wird der Betrieb
stillgelegt; sämtliche Maschinen werden in andere Firmen umgesetzt oder verschrottet und das Gebäude wird zur Verwaltung vom VEB MALITEX.
Nach der Wende erhält der Sohn des inzwischen verstorbenen Fritz Albanus
nach langen Verhandlungen mit der TREUHAND die leeren inzwischen restlos verwahrlosten Gebäude und das Grundstück im Zuge der Reprivatisierung zurück. Mit erheblichen finanziellen Aufwand werden die Gebäudeteile
gründlich entkernt, saniert und zu modernen Büroräumen und Wohnungen umgebaut. |